Wo der Smalltalk vergeht beginnt der Konflikt: Netzwerk-Expertin Magda Bleckmann über die wichtigste Nebensache der Welt – Smalltalk

Smalltalk ist die Basis des Gesprächserfolgs 

In der Politik, in Unternehmen, in Verbänden: Wer die Karriereleiter erklimmen oder eigene Interessen durchsetzen möchte, muss sich zunächst Gehör verschaffen. Das geschieht zumeist nicht in Sitzungen, Meetings oder Verhandlungen, sondern beginnt schon viel früher – beim sogenannten Smalltalk. „Ohne Beziehungsebene kein Erfolg“, fasst die Rednerin, Autorin und Expertin für Karriere-Netzwerke, Magda Bleckmann, zusammen. In ihrem Buch „Das kleine Smalltalk 1×1“, das im Leykam Verlag erschienen ist, gibt sie Tipps für gute Gesprächseinstiege und zeigt den wahren Wert der beiläufigen Plauderei.

Für sie ist Smalltalk die wichtigste Nebensache der Welt. „Wo der Smalltalk vergeht, beginnt meist schon der Konflikt“, stellt Bleckmann fest. Wenn es nur um Positionen, Forderungen und Interessen geht und diese im Dialog vorangestellt werden, ist auf der zwischenmenschlichen Ebene meistens schon etwas kaputt. Die ehemalige Spitzenpolitikerin weiß, wie wichtig Beziehungen sind, die eben auch dadurch entstehen, dass nicht immer gleich das vermeintlich Wichtigste zuerst besprochen wird. „Wer möchte beim Bewerbungsgespräch oder in der Verkaufspräsentation auf Smalltalk verzichten?“, fragt sie. Wer es tut, riskiert Stress, eine schnellere Eskalation oder eine Belastung der Gesprächsatmosphäre.

Sich wohl zu fühlen in Dialogen sei ein Wert an sich. Schließlich entscheide letztlich der Bauch und nicht der Kopf – über die neue Stelle, ein Ja oder Nein zum Kaufangebot, den Karrieresprung oder eine neue Partnerschaft. „Kommunikation ist menschlich, Smalltalk das absolute Basis-Element des Gesprächserfolges“, so die Profi-Kommunikatorin. Letztendlich sei es zumeist schwerer, ins Gespräch zu kommen als im Gespräch zu bleiben. Schon deswegen komme keine Verhandlung, kein Business-Meeting und keine diplomatische Begegnung ohne Smalltalk aus.

 

Auch wenn vieles zu diesem Thema schon gesagt ist,

wie Bleckmann selbst feststellt, so dürfe die Bedeutung des Smalltalks nicht unterschätzt werden. „Die gewechselten Worte an sich sind zwar meist belanglos, aber für das Klima, die Vertrauensbildung und als Gesprächseinstieg sind sie besonders wertvoll“, sagt sie und verweist auch auf diplomatische Verhandlungen unter Staatschefs. „Niemand kann behaupten, dass die vielen Regierungskonsultationen nicht auch mit weniger Treffen erledigt werden können“. Man betreibe den Aufwand aber auch deswegen, weil Demokratie und Frieden, Vertrauen und komplexe Themen nun mal von menschlicher Nähe, einem persönlichen Umgang und gegenseitigem Verständnis abhingen.

 

Und was für die Beziehungen zwischen  Staaten und Regierungen im Großen gilt, gilt genauso für die alltäglichen  Begegnungen im Kleinen

Wo immer Abteilungen oder Teams, Kollegen im Job oder im Verein, Nachbarn und Freunde aufeinander treffen, die bei der Arbeit oder in der Freizeit gemeinsam etwas bewegen möchten, hängt der Erfolg meist von der Kommunikation ab. Und die beginnt eben mit Smalltalk – eine Kompetenz, die zu besitzen das Leben leichter macht.

 

Gespräche können und sollen Spaß und gute Laune machen

Das Buch zum Thema: Kleines Smalltalk 1x1
Das Buch zum Thema: Kleines Smalltalk 1×1

„Wer im Gespräch ist, kann etwas über andere lernen, erfahren und von ihrem Wissen profitieren – gegenseitig, privat oder im Business“, fasst Bleckmann zusammen. Mit ihrem Buch möchte sie  verdeutlichen, wie erfolgreiche Menschen Gespräche beginnen und die gewonnenen Informationen nachhaltig und zum Vorteil für beide Seiten nutzen. Sie zeigt, wie Smalltalk gelingt und was es persönlich braucht, um spritzig und humorvoll zu wirken. Selbstsicherheit, persönliches Wohlbefinden, individueller Stil, die richtige Einstimmung, Lockerheit und vieles weitere mehr thematisiert sie schwungvoll und bewegend in ihrem Smalltalk-Werk.

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Die besten Smalltalk-Tipps

verrät Magda Bleckmann exklusiv für Leser des Benefit-Magazins:


1. Die innere Einstellung entscheidet

Menschen treffen und mit ihnen sprechen erfordert auch die Lust, es zu tun. Nur wer motiviert, gut gelaunt und selbstbewusst ist, wird erfolgreich kommunizieren. Die richtige Kleidung und die passende Einstimmung auf den Rahmen gehören dazu.


 

 

2. Blickkontakt

Die Füße gehen nur dorthin, wo die Augen schon waren. Das gilt auch für die eigenen Worte. Ansprechen wird erst durch Anschauen möglich. Man sollte den Blickkontakt also schon vor dem ersten Wort und während des ganzen Gespräches halten.


 

 

3. Fragen stellen und zuhören

Wer fragt, der führt. Diese alte Weisheit gilt noch immer. W-Fragen sorgen dafür, dass das Gespräch nicht ins Stocken kommt. Und nebenbei enthalten die Antworten ganz viele Informationen, die später nützlich sind.


 

 

4. Gemeinsamkeiten finden

Smalltalk dauert in aller Regel circa vier Minuten. In dieser Zeit sollten Gemeinsamkeiten gefunden sein – sonst ist das Gespräch danach zu Ende. Gemeinsame Bekannte, ähnliche Hobbies, gleiche Ausbildungen oder einfach nur der Bezug zum gerade stattfindenden Event oder dem Gastgeber sind willkommene Themen.


 

 

5. Nutzen bieten

Schon beim Smalltalk sollte deutlich werden „Dieser Kontakt ist interessant“. Es gilt also, einen Nutzen anzubieten und sich interessant zu machen. Über sich selbst zu sprechen – in Maßen und wohl dosiert – das ist erlaubt.


 

 

6. Visitenkarten tauschen

Smalltalk ist kein Dauerdialog. Ist die Gemeinsamkeit gefunden und die Basis gelegt, sollten Visitenkarten getauscht werden – bewusst und aktiv. An dieser Stelle sollte eine Festlegung erfolgen: Wann, wo und wie findet der nächste Dialog statt?


 

 

7. Kontakt halten

Dran bleiben lautet die Devise. Damit das gelingt, sollte die Visitenkarte sofort mit den gewonnen Informationen beschriftet werden und / oder ins Adressbuch eingetragen werden. Wer (lose) Kontakte in (langfristige) Beziehungen umwandeln möchte, sollte darüber hinaus ein System etablieren, um seine Kontakte gezielt zu managen.


 

Mag. Dr. Magda Bleckmann

ist Expertin  für Erfolgsnetzwerke und Expertin der Benefit-Akademie 

Nach dem Studium der Betriebswirtschaftslehre, worauf eine erfolgreiche Karriere in der Politik folgte, ist sie seit vielen Jahren als Rednerin und Lektorin an verschiedenen Fachhochschulen, als Wirtschaftscoach und Trainerin tätig.

Als professionelles Mitglied der German Speakers Association (GSA) und der Experts Group Kooperation und Netzwerke der Wirtschaftskammer Österreich lebt sie das, wovon sie spricht. Aufgrund ihrer langjährigen politischen Tätigkeit besitzt sie ausreichend Erfahrung zu den Themen Kommunikation, Motivation und Netzwerken und begleitet mit diesem umfassenden Wissen Führungskräfte auf ihrem Weg nach oben.

 

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