Wassersport: Was Sie in diesem Sommer noch unbedingt ausprobieren sollten

Wo findet man Abkühlung an heißen Sommertagen? Richtig… im Wasser! Wer seinen Urlaub am Wasser verbringt und nicht unbedingt darauf erpicht ist 12 Stunden am Tag auf einer Strandliege zu verbringen, für den ist Wassersport die perfekte Kombination aus Spaß und Abkühlung.

Heute werden wir Ihnen die Geschichte des Wellenreitens präsentieren und die verschiedenen Varianten, die sich daraus im Laufe der Zeit entwickelt haben. Eine davon wird bestimmt zu Ihrem nächsten großen Urlaubshobby.

Wer glaubt, dass Surfen (engl. für Wellenreiten) irgendwann in den 60ern Jahren bei den kalifornischen Sunny Boys entstanden ist, wird feststellen, dass er sich täuscht. Denn in Wirklichkeit ist Surfen eine der ältesten Sportarten der Welt und ist … bitte festhalten: fast 4000 Jahre alt. Damals haben die polynesischen Fischer angefangen aus Holz geschnittene Bretter zu nutzen, um mit ihrem Fang schnellstmöglich zur Küste zurückkehren zu können. So schnell wird aus einer beruflichen Notwendigkeit und guten Idee eine Freizeitaktivität. Und als solche von den Polynesiern etabliert.

Besonders beliebt wurde das Surfen auf den Hawaiianischen Inseln, die im nördlichsten Teil von Polynesien liegen. Dort wurde das heʻe nalu (hawaiianisch für Wellen gleiten) zu einem Grundstein der lokalen Kultur und Tradition.

Die Hawaiianer hatten einen Verhaltenskodex, der aus einzelnen so genannten Kapu, also Tabus bestand. Das Wort Tabu in der deutschen Sprache leitet sich übrigens tatsächlich aus dem Hawaiianischen Wort Kapu ab, welches in anderen Teilen von Polynesien auch als Tapu ausgesprochen wird. Die Kapus regulierten auf strenge Art und Weise das Verhalten der hawaiianischen Gesellschaft. Beispielsweise schrieben Kapus sehr genau vor, was die Aliʻi– also die Adligen – und was das gemeine Volk machen durften und was verboten ist. Kapus regelten auch welche Lebensmittel zum Verzehr geeignet sind. So durften Frauen kein Schweinefleisch, Bananen oder Kokosnüsse verzehren, da diese laut Tradition die männlichen Götter repräsentierten.

Der Stellenwert, den das Surfen in der hawaiianischen Gesellschaft hatte, wird dadurch verdeutlicht, dass es auch sehr viele Kapus zu diesem Thema gab. Ein Kapu regulierte zum Beispiel den Bau von Surfboards. So durften nur drei Holzarten für deren Bau genutzt werden. Nicht nur die Holzart, sondern auch die Länge des Boards war durch ein Kapu reglementiert. Länge und Holzart waren sichtbares Zeichen für den gesellschaftlichen Stand seines Besitzers – längeres Board, besseres Holz gleich höherer Rang.

Ein weiteres Kapu vergab die Surfspots mit den besten Wellen an die Aliʻi.  Dort war das Surfen für das gemeine Volk bei Androhung der Todesstrafe streng untersagt

Außerhalb Polynesiens hat sich das Surfen erst im letzten Jahrhundert verbreitet. Der Amerikaner Henry Huntington, der Anfang des 20. Jahrhunderts Immobilieninvestor in der kalifornischen Stadt Redondo Beach war, entdeckte bei seinem Urlaub auf Hawaii diese bis dahin im restlichen Amerika unbekannte Sportart. Der tüchtige Geschäftsmann, immer auf der Suche nach kreativen Ideen, um Besucher nach Redondo Beach zu locken, engagierte den jungen Hawaiianer George Freeth, um bei der Eröffnungszeremonie der Zugstrecke Redondo-Los Angeles das Surfen zu zeigen. Huntington es nannte offiziell „die Kunst auf dem Wasser zu gehen“. Dies war die Geburtsstunde der kalifornischen Surfkultur.

Mittlerweile ist Surfen als Sportart so populär, dass diese bei den Olympischen Spielen 2020 in Tokio zum ersten Mal offiziell im Wettkampfprogramm ihren Platz haben wird.

 

Aber wie funktioniert eigentlich das Surfen?

Um es ganz einfach zu erklären: Man nehme ein Surfbrett –  ein in der Regel aus Hartschaum, Balsaholz oder Holz hergestelltes Brett –, dessen Länge je nach Körpergröße des Surfers, seiner Vorlieben und der Wellengröße zwischen 1,7 m und 3,3 m beträgt. Unter dem Board gibt´s eine oder mehrere Finnen. Diese ähneln in ihrer Form einer Fischflosse und dienen der Richtungsstabilität.

Der Surfer legt sich aufs Board, nutzt seine Arme um weg von der Küste rauszupaddeln, und im so gennante „grünen Wasser“ anzukommen – also dort wo die Wellen noch nicht gebrochen sind und es daher keinen weißen Wellenschaum gibt. Dort heißt es auf die perfekte Welle zu warten. Sichtet der Surfer die passende Welle, so legt er sich wieder aufs Board, dreht das Board in Richtung Strand und paddelt kräftig los, um ausreichend Geschwindigkeit zu haben bevor ihn die Welle erreicht. „Wer nicht paddelt, wird überrollt“ (alte katalanische Surfer-Weisheit).

Wenn der Surfer den Schub der Welle spürt, springt er auf, stellt sich seitlich aufs Board und lässt sich von der Welle tragen; was dann im Surfjargon als „eine Welle reiten“ bezeichnet wird. So einfach ist Surfen, liebe Leser.

Hört sich für Sie kompliziert an? Wir geben zu: Surfen ist definitiv nicht die einfachste Sportart der Welt. Es besitzt aber enormes Suchtpotenzial. Denn wer einmal eine Welle geritten hat, für den gibt es nichts Besseres auf dieser Welt.

 

Die Leash… Eine kleine Erfindung mit großer Wirkung 

Eine wesentliche Erleichterung für die Surf-Welt war die Erfindung der Leash im Jahr 1971. Diese etwa 2 Meter lange am Board befestigte Schnur verhindert durch den Klettverschluss am Knöchel des Surfers, dass das Board aufgrund Dünung wegtreibt. Mühsam, wer dann bis zum Strand zurückschwimmen muss, da das surferlose Board in der Regel genau diese Richtung nimmt. Abgesehen von der Mühe ist ein unkontrolliertes Surfboard auch nicht ungefährlich für andere Surfer im Wasser.

Bei der Wichtigkeit der Leash kann man nur staunen, warum keiner schon früher auf diese Idee gekommen ist.

 

Aus dem klassischen Surfen haben sich dann im Laufe der Zeit viele weitere Wassersportarten entwickelt. Beginnen wir mit zwei Unterarten, ebenfalls erfunden auf Hawaii: Bodyboarding und Bodysurfen

Bodyboarding

Eine dem Surfen sehr ähnliche Wassersportart, die allerdings weniger Koordination verlangt. Hier ist das Board deutlich kürzer als beim Wellenreiten – also ca. 1m lang – und der Surfer stellt sich nicht auf die Füße, sondern bleibt auf dem Bord liegen und reitet so die Wellen. Oft nutzen die Bodyboarder Plastik-Schwimmflossen, um schneller schwimmen zu können.

 

Bodysurfen

Wer kein Geld für Material ausgeben möchte, und trotzdem nicht bereit ist auf Spaß an den Wellen zu verzichten, für den ist das Bodysurfen die richtige Alternative. Hier wird kein Board benutzt, sondern, wie der Name schon sagt, der Körper. Bodysurfing, oder auf Hawaiianisch he’e umauma (mit der Brust gleiten) wird ähnlich wie beim Bodyboarding im Liegen und in der Regel mit Plastik-Schwimmflossen ausgeübt. Diese Sportart hat in Europa noch keine große Popularität erlangen können. Anders als bei der nächsten Wassersportart.

 

Stand Up Paddling (SUP)

Diese Variante des Surfens wird im Stehen ausgeübt. Daher sind die Boards, die beim Stand Up Paddling (kurz SUP) benutzt werden, größer und dicker und ermöglichen dem Sportler (relativ) stabil auf dem Bord zu stehen. Da der Sportler aber nicht nur Stehen möchte, hat er ein Stechpaddel, um sich fortzubewegen. Im Gegensatz zu den anderen Surf-Arten, für die Wellen notwendig sind, kann SUP auch in ruhigen Gewässern ausgeübt werden und ist dadurch für Anfänger gut geeignet. Es dauert zwar bis man Gefühl für das Aufrechtstehen auf wackligem (Wasser)Untergrund bekommt, ist anschließend dafür umso entspannter. Fast meditativ.

Als Steigerung empfehlen wir das Wellenreiten mit dem SUP.

Ansonsten gibt es einen weiteren neuen Trend, der Paddle Bord Yoga heißt; Yoga ausgeübt auf einem SUP-Board. Toller Vorteil dieser Kombination: Wer bei der „Heuschrecke“, dem „Sonnengruß“ oder dem „Herabschauenden Hund“ arg ins Schwitzen gerät, springt einfach ins kühle Nass und kann sich, gut erholt, am „Heraufschauenden Hund“, dem „Frosch“, der „Krähe“ und am „Kuhgesicht“ ausprobieren.

 

Windsurfen

Wer gerne segelt, jedoch nicht das nötige Kleingeld für eine Yacht hat, kann das Windsurfen ausprobieren – ein Hybrid aus Surfen und Segeln. Bei dieser Wassersportart wird ein dem Surfboard ähnliches Brett benutzt auf das Fußschlaufen und ein Segel montiert sind.

Der Windsurfer, der auf dem Bord steht, nutzt wie beim Segeln den durch den Wind entstehenden Vortrieb. Die durchschnittliche Geschwindigkeit beim Windsurfen beträgt übrigens 30 – 45 km/h.

 

Kitesurfen

Eine weitere Wassersportart, die gut ohne Wellen, aber dafür nicht ohne Wind auskommt. Hier steht der Sportler auf einem im Vergleich zum Surfboard kleineren Brett mit Fußschlaufen und wird durch einen Lenkdrachen (englisch Kite) über das Wasser gezogen.

Der Kite,  9 – 12 m² Fläche, entwickelt durch den Wind einen enormen Auf und Vortrieb. Um von dieser Kraft nicht fortgerissen zu werden, sitzt der Kiter (wie beim Lenkdrachenfliegen im Gebirge) in einer Art Trapez aus Haltegurten, welches dann über Leinen mit dem Kite verbunden wird. Die Leinen sind wiederum mit einer Bar verbunden, welche der Kiter in seiner Hand hält, und mit der er wie beim Drachensteigen die Leinen und somit auch den Kite steuert.

Der Vor- bzw. Auftrieb ermöglicht dem Kiter nicht nur auf dem Wasser zu gleiten, sondern über der Wasserlinie zu fliegen. So können geübte Kiter mal 10 Sekunden lang in der Luft schweben bis sie wieder auf dem Wasser landen.

 

Jetzt aber zurück zu Ihnen und Ihrem neu entdeckten Hobby

Sie sehen, das Wasser ist ein ausgezeichneter Spielplatz, um ganz viele spannende neue Aktivitäten auszuprobieren. Bedenken Sie aber unbedingt, dass Naturphänomene wie Wind und Wellen nie vollständig kontrollierbar sein werden und ein Einsteigerkurs immer sinnvoll ist. So lernt man den Sport in seiner ganzen Schönheit zu genießen und die damit verbundenen Gefahren richtig einschätzen zu können.

Und ein letzter Tipp dazu: Bevor Sie loslegen, vergewissern Sie sich, dass Sie eine gute Unfallversicherung haben. Denn eine gesetzliche Unfallversicherung deckt längst nicht jede vorstellbare Form von Unfall an jedem vorstellbaren Ort ab. Mehr dazu können sie hier erfahren: https://demo.benefit-portal.net/de/versicherungen-+-finanzen/existenzschutz/unfall/unfall-versicherung/25/

Und dann kann der Wasserspaß richtig los gehen!

 

Wir hoffen Ihnen damit geholfen zu haben, Ihr nächstes Wassersport-Hobby für diesen Sommer zu finden. Wie immer freuen wir uns auf Ihre Fotos und Erfahrungsberichte. Schicken Sie uns diese an
support@benefit-portal.net, Betreff „Wassersport-Spaß“ und wir veröffentlichen sie hier im Magazin.