Kommunikation zu Weihnachten… Konflikte zwischen Stille Nacht.. und Oh, Du fröhliche

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Kommunikationsexperte Dr. Holger klein
zum „Krisenherd Kommunikation in der Weihnachtszeit“

Sehr geehrter Herr Dr. Klein,

Vielen Dank vorab, dass Sie uns und unsere Leser in der geschäftigen Vorweihnachtszeit mit auf eine Reise zum Thema „Kommunikation an Weihnachten“ nehmen.

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Die Red.: Zank und Streit, pünktlich zum Fest der Liebe – wo liegt Ihrer Meinung nach das Hauptproblem?

Dr. Klein: Das Hauptproblem ist, dass es das eine, ganz bestimmte Hauptproblem gar nicht gibt. So wie viele Köche den Brei verderben, so bringen Misstöne und Missverständnisse in Verbindung mit nicht bzw. noch nie vereinbarten Kommunikationsregeln so manches Weihnachtsfest an den Rand eines Desasters.

 

Die Red.: Was meinen Sie mit „Kommunikationsregeln“?

Dr. Klein: Wer nicht vorher festlegt, dass die Erwartungshaltung auf einen besinnlichen Tag im Kreise der Liebsten nichts mit an der Tischkante ausgerichtetem Besteck oder dem abermaligen Hinweis auf die Familienplanung zu tun hat, der wird sich unweigerlich in diesem Themenkomplex verirren und das Weihnachtsfest auf eine andere Art unvergesslich machen..

 

Die Red.: Es gilt also, vorab zu sagen, was man eigentlich nicht sagen darf?

Dr. Klein: „Nicht sagen dürfen“ ist nie der Auslöser der Misstöne. Es ist der Ton – vorwurfsvoll, resignierend, desillusioniert, der aus harmlosen Themen wahre „Tretminen“ werden lässt. Wer hört schon gerne, dass ein Enkelchen ja nun wirklich mal schön und der Beruf des APP-Entwicklers ja streng genommen gar kein richtiger Beruf wäre? Und das gegebenenfalls zum x-ten Mal…

 

Die Red.: Es geht um die Rolle Eltern – Kinder,…

Dr. Klein:… die niemand in Frage, die sich aber mit steigendem Alter der Kinder von selbst stellt. Der Mitte 30-jährige Sohn ist schließlich nicht in erster Linie Sohn, sondern ggf. Mann, Familienvater, Unternehmer bzw. erfolgreicher Angestellter. Und dem Kindesalter ebenso entwachsen wie die Tochter, die Frau, Mutter und erfolgreich im Beruf ist bzw. sein kann.

 

Die Red.: Es geht um die Begegnung auf Augenhöhe?

Dr. Klein: Es geht nur darum! Das „kommunikative Verhältnis“ zueinander, zumal an solchen Tagen ist unmittelbar geklärt, wenn es auch körpersprachlich zum Ausdruck kommt. Bester Moment: Die Begrüßung. Versuchen Sie es doch mal damit, dass sich  die Tochter von der Mutter küssen lässt. Und ein Sohn sollte ganz bewusst den Vater in den Arm nehmen und an sich drücken. Sie werden sehen, wie sich die Ebenen in der Folge immer mehr annähern. Distanz und Nähe schließen sich nicht aus. Nicht im Familienverbund.

 

Die Red.: Sehr geehrter Herr Dr. Klein, wir danken Ihnen für dieses Interview.


TIPPS (ohne Garantie und Gewähr):

1. Weihnachten ist Teamplay

2. Entschleunigung statt Wettkampf

3. Weniger ist mehr

4. „Tabuthemen“ vorher vereinbaren

5. „Calm down“ statt größer, besser, mehr

6. Ich bin o.k. und Du bist erst recht o.k.

7. Rückbesinnen und Vorwärtsdenken

8. Besinnlichkeit bedeutet Chance auf ein Wir

9. Ein eigener Schritt zurück sind zwei Schritte aufeinander zu

 

In dem Sinne, friedliche und besinnliche Feiertage….