Das Selfie – so werden Sie zum Künstler in eigener Sache

Wer früher beim Selfie Ausreden á la „ich bin zu schüchtern, um jemanden darum zu bitten, ein Foto von mir zu schießen“ gebraucht hat, wird mittlerweile festgestellt haben, dass solche Ausreden längst überflüssig sind. Denn täglich werden weltweit 93 Millionen Selfies geknipst.

Circa die Hälfte davon wird auf Facebook gepostet, ein Viertel über WhatsApp geteilt und der Rest findet seinen Weg auf Twitter, Instagram und Snapchat¹.

Laut neuester Statistik haben ca. 90% der Deutschen schon mindestens einmal ein Selfie geschossen. Und jemand, der gerade im Alter zwischen 18 und 35 Jahren ist, wird im Laufe seines Lebens durchschnittlich um die 27.000 Selfies gemacht haben².

Sie müssen sich demnach nicht wirklich beim Selfie-Versand aus dem Urlaub schämen. Sie befinden sich in guter Gesellschaft. Aber wie genau macht man ein gutes Selfie? Da das Thema Selfie in den letzten Jahren immer ernster genommen wird, wollen wir uns natürlich die wissenschaftlichen Befunde zu diesem Thema anschauen.

Hier kommen sie, die wissenschaftlichen Erfolgsrezepte zum perfekten Selfie.

 

Tipp # 1: Alles eine Frage der Perspektive

In einer Studie der Universität Bamberg haben Forscher herausgefunden, dass die Perspektive, aus der das Selfie geschossen wird, eine große Rolle spielt.

Selfies von oben mit seitlichem Winkel lassen uns schlanker aussehen. So werden Personen auf solchen Selfies bis zu 15 kg leichter geschätzt.

Von Selfies von unten ist komplett abzuraten. Auf diesen sieht nämlich der Hals dick aus und der nach vorne geneigte Kopf verpasst dem Abgelichteten ein Doppelkinn, was dazu führt, dass man auf solchen Fotos bis zu 10 kg schwerer geschätzt wird.

Ziemlich überraschend ist es, dass auch die Seite von der geknipst wird, eine Rolle spielt: Selfies, die von oben rechts aufgenommen wurden, wurden bei weitem nicht so attraktiv bewertet wie die von oben links. So fanden die Wissenschaftler heraus, dass Selfies von oben links uns attraktiv machen, während von oben rechts intelligent und sogar hilfsbereit aussehen lassen.

Wie so oft im Leben, kann man auch bei Selfies nicht alles haben und muss sich also zwischen Schönheit und Intelligenz entscheiden.

 

Tipp # 2: Bitte nicht zu viel Stirn bieten

Nach einer Studie aus dem Fachbereich Informatik der Stanford University ist ein Selfie nur dann gut, wenn der Kopf leicht zur Seite geneigt ist und in etwa ein Drittel des Bildes ausmacht. Das Motiv sollte mittig, etwas weiter oben und so platziert sein, dass die Stirn nur zum Teil zu sehen ist.

 

Tipp # 3: Ein paar technische Feinheit 

Ein weiterer entscheidender Faktor für den Erfolg eines Selfies sind die technischen Feinheiten. Wissenschaftlich betrachtet beeinflussen diverse Filter, leichte Überbelichtung oder ein Herunterregeln des Kontrasts das Ergebnis maßgeblich. Apps wie Sweet Selfie ermöglichen es spielerisch leicht solche Details zu verändern, um somit die bestmöglichen Ergebnisse zu erzielen.

Haben Sie einen Hammer-Selfie mit der einmaligen Aussicht auf den Eiffelturm geschossen, nur um abends im Hotel festzustellen, dass der Pickel in Ihrem Selfie-Gesicht dem Eiffelturm die Show stiehlt? Kein Problem, denn auch hier kommen Sweet Selfie & Co. zur Hilfe. Die verschiedenen Retusche-Funktionen erlauben Ihnen alles von kleinen kosmetischen Korrekturarbeiten bis zu tiefgehenden Änderungen. Da ist jedem überlassen, wie sehr er sein Antlitz durch Technik „optimieren“ möchte.

Ein kurzes Video dazu, was man mit so einer App machen kann, können Sie sich hier anschauen:

 

Tipp # 4: Rapunzel, Rapunzel, lass Dein Haar herunter

Sie haben lange Haare und sind sehr stolz auf sie, verehrte Damen? Das ist gut, da sie unbedingt aufs Selfie gehören: leicht nach vorne über der Schulter liegend, keinesfalls verstreut oder womöglich Orkantief-zerzaust.

 

Tipp # 5: Das letzte Geheimnis

Wer sich schon bei Tipp Nr. 4 diskriminiert fühlte, weil er eine volle Glatze anstelle einer vollen Haarpracht hat, wird auch bei unserem letzten Tipp höchst wahrscheinlich nicht vor Freude in die Luft springen. Denn ganz allgemein betrachtet, scheint weibliche Präsenz das mit Abstand größte Erfolgsgeheimnis der beliebtesten Selfies zu sein.

Also nicht zu viele Personen, erst Recht nicht zu viele Männer, tragen zur Beliebtheit des Selfies bei. Außer natürlich, Sie sind ein Promi, möchten Ihren Fans den antrainierten (oder abgehungerten) Waschbrettbauch präsentieren, das neueste Tattoo ist sehenswert oder die angesagte „Red Carpet-Frisur“ muss einfach gezeigt werden. Dann klappt’s auch mit dem erfolgreichen Selfie bei Ihnen, liebe Männer…

In der zu diesem Thema durchgeführten Studie, wurden fünf Millionen Selfies im Internet gefunden, daraus wiederum zwei Millionen ausgesucht, auf denen auch wirklich ein Gesicht zu sehen war. Ein weiteres Ausschlusskriterium galt Prominenten und Persönlichkeiten eines, wie auch immer gearteten, öffentlichen Interesses. Die danach verbliebenen Selfies, wurden von Probanden nach ihrer Attraktivität bewertet.

Das wenig überraschende Ergebnis: Die Plätze eins bis einhundert waren ausnahmslos mit Frauen belegt. Blond, brünett, rothaarig, klein, groß, kompakt oder grazil: Frauen. Es gilt aufzuholen, liebe männliche Leser des Magazins…

 

Und noch eine Sache… 

Als letztes kommt von uns kein Tipp, sondern ein Appell an den gesunden Menschenverstand. Bei all der Liebe zur (Selfie-) Kunst, sollte man seine Sicherheit nicht vergessen. Ein Selfie auf einer Klippe mit Meerblick mag ganz viele Likes auf Facebook abkassieren. Dieses wird aber definitiv aus falschen Gründen Berühmtheit erlangen, wenn jemand dabei von der Klippe ausrutscht und in den Tod stürzt, wie es bei einem polnischen Elternpaar tragisch der Fall war.

Es ist kaum zu fassen, aber mittlerweile kommen jährlich drei Mal mehr Menschen bei Selfie-Aufnahmen ums Leben als bei Haiattacken. Daher muss man an dieser Stelle noch unbedingt erwähnen, dass es hier um Spaß, aber auf keinen Fall um jeden Preis geht.

 

Ein paar wichtige Selfie-Begriffe zum Mitreden

Und jetzt wo Sie schon zum Selfie-Künstler wurden, möchten wir Ihnen noch ein paar Begriffe aus dem (wie Sie gleich sehen werden, sehr weit expandiertem) Selfie-Universum vorstellen:

Welfie: Die verschwitzte Variante vom Selfie beim Sport (engl.: Work-Out (Training) + Selfie)

Belfie: Selfie von Gesäß und Rücken – ganz populär in den USA (engl.: butt ( Hintern) + Selfie)

Bifie: Ein knapper Bikini, die richtige Pose à la Kim Kardashian und fertig ist der Bifie (Bikini+Selfie)

Die Selfie-Gegenbewegung:

Suglie: Ein Selfie mit Mut zur Hässlichkeit – also mit einer Grimasse und so unattraktiv wie möglich (engl.: Selfie+ugly (hässlich))

Felfie : Ein Selfie von einem Bauern mit seinen Farmtieren – der Trend aus den USA (engl.: Farmer (Bauer) + Selfie)

Haben Sie möglicherweise zeigenswerte Welfies, Felfies oder sogar Suglies geschossen, auf die Sie ganz stolz sind? Dann schicken Sie diese an support@benefit-portal.net, Betreff „mein Selfie“ und wir veröffentlichen sie mit großem Vergnügen im Magazin.

 

¹Quelle:/em>https://infogram.com/selfie-statistics
²Quelle:https://www.vigozone.de/mitmachen/selfie-trends-die-niemand-braucht